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Datum: 22.07.2022

Farbenfrohes Summen: Blühende Wildwiesen im Ortskern von Spenge

Wer am Martinsweg oder an der Charlottenburg im Ortskern von Spenge unterwegs ist, hat sicherlich schon einige bunte Streifen entlang des Weges entdeckt: Die Blühwiesen. Rot, gelb, lila, pink, blau – Artenvielfalt gibt es hier in verschiedenen Farben. Die Blühmischung „Mössinger Sommer“ der Firma Saatgut-Manufaktur aus Mössingen sorgt für eine Farbenvielfalt der Blühstreifen und lockt verschiedene Insekten wie Schmetterlinge, Honig- und Wildbienen, Hummeln sowie Schwebfliegen an. Leinsamen, Kornblumen, Seidenmohn, Steppen-Rittersporn, Roter Lein oder Sonnenblumen sind nur einige Exemplare der in der Saatmischung enthaltenen Pflanzenarten.

Das Blühwiesen-Konzept der Stadt Spenge wurde von der Aktionsgruppe „Spenge blüht auf“ erarbeitet. Die Mitarbeiter des Bauhofs säen zusammen mit der Bauhofleitung Ralf Wollbrink das Saatgut jedes Jahr ab Mitte April bis Mitte Juni auf vorbereiteten Flächen an verschiedenen Orten in Spenge ein. In den ersten drei Wochen keimen die Pflanzen - oft ist dieser Vorgang stark abhängig von den Temperatur- und Wetterbedingungen - und die Farbenpracht der Blüten zeigt sich ab Mai bis zum Anfang der ersten Frostperiode im Herbst.

Durch die unterschiedlichen Blühzeiten der verschiedenen Pflanzenarten erhält eine Vielzahl an Tieren bis Ende Herbst eine Nahrungsquelle. Und auch für die Bürgerinnen und Bürger sind die farbenreichen Blühwiesen eine Freude, denn die Blühaktion der Aktionsgruppe soll die Bürger für das Thema „Artenvielfalt“ sensibilisieren. Außerdem sollen sie dazu ermutigt werden, ihre eigenen Gärten artenreicher zu gestalten und auch auf regionale Wildblumen zurückzugreifen. Und viele Bürger in Spenge fangen seit Jahren damit an, ihre Gärten insektenfreundlich zu gestalten und entdecken ihre Freude an der Biodiversität.

Auch die örtlichen Imker und Naturfreunde begrüßen die Anlage von Blühwiesen auf städtischen und privaten Flächen rund um Spenge. Seit mehreren Jahren führt die Kooperation aus Bauhof, der Aktionsgruppe und den Imkervereinen sowie Bürgerbewegungen für insektenfreundliche Gärten in Spenge zu farbenreicheren Standorten und einer Zunahme der Nahrungsgrundlage örtlicher Bienenarten.

Bei der Wahl des Standortes für die Blühwiese und der Saatgutmischung ist einiges zu beachten: Im Schatten beispielsweise unter Bäumen fehlen aufgrund von Licht- und Wassermangel häufig ideale Wachstumsbedingungen, deshalb sollte die Fläche frei und besonnt angelegt werden.

Zu unterscheiden sind einjährige und mehrjährige Blühwiesen: Eine einjährige Blühwiese wird jedes Jahr neu gesät, während eine Mehrjährige unterschiedliche Pflanzengesellschaften innerhalb mehrerer Jahre bildet. Wichtig hierbei ist, dass die Entwicklung einer mehrjährigen, artenreichen Blühwiese Zeit benötigt. Eine stabile Pflanzengesellschaft kann sich über Jahre entwickeln und die Vielfalt wird durch das Mäen und Abtragen des Mahdguts aufrechterhalten. Einige Pflanzenarten wachsen nur unter bestimmten Bedingungen und können leicht von Gräsern oder anderen konkurrenzstarken Pflanzenarten wie beispielsweise einigen Distelarten verdrängt werden. Die Pflege der Blühwiese ist demnach für die Erhaltung der Vielfalt am wichtigsten.

Die Anlage einer artenreichen Blühwiese im eigenen Garten ist auch ohne den Kauf von Saatgut möglich. Der vielerorts geschätzte „englische Rasen“ kann durch eine Verringerung der Mahdintensität zu einer artenreichen Blühfläche umgewandelt werden. Im Rasen und der Erde wartet „schlummerndes“ Saatgut und Rosetten von verschiedenen Pflanzenarten darauf, bei optimalen Bedingungen keimen zu können. Verschiedene insektenfreundliche Pflanzenarten wie Habichtskräuter, Klee, Gänseblümchen, Spitzwegerich und Margeriten wachsen, wenn die Rasenfläche weniger gemäht wird. Mit der Zeit kann sich mit geringem Aufwand und ohne Kosten eine insektenfreundliche Vielfalt im Garten entwickeln, welche mit unterschiedlichen Blütenfarben auch für das Auge angenehm sind. Ein positiver Effekt von unregelmäßig gemähtem Rasen ist außerdem, dass er bei langen Trockenperioden länger frisch und grün bleibt.

Wir können uns auf eine farbenreiche und summende Stadt freuen, in der immer mehr Bürger die Nähe zur Natur aufsuchen und durch die Gestaltung naturnaher Gärten sowohl die Artenvielfalt erhöhen als auch ihr Interesse an Wildpflanzen erwecken. Wir können abwarten, beobachten und genießen.

Gez. Bunte-Tschikin

Jasmin Bunte-Tschikin

- Abteilung Stadtentwicklung, Infrastruktur, Bauen -

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