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Umwelt + Klimaschutz

Verschiedenste Projekte im Umwelt- und Klimaschutz wurden für die Stadt Spenge bereits umgesetzt.
Hier finden Sie informationen zu den einzelnen Maßnahmen und Projekten. Darüber hinaus werden Informationen zu Förderungen für einzelne Maßnahmen genannt.

Gärtnern für Vögel, Insekten & Co.

Mit dem Faltblatt Vögel, Insekten & Co (2020) möchte die Stadt Spenge einen Einstieg & Tipps für insekten- und vogelfreundliches Gärtnern geben!

Welche Pflanzen eigenen sich besonders für einen naturnahen und insektenfreundlichen Garten oder Balkon? 
Im Faltblatt werden eine große Auswahl von Pflanzen aufgezählt, die hierfür in Frage kommen.

Umwandlung von Schottergärten und versiegelten Flächen

Nicht nur in Neubaugebieten, auch in älteren Wohnbereichen gibt es den Wunsch nach einem pflegeleichten Garten. Vermehrt werden Schottergärten angelegt! Leider in  Unkenntnis, dass der Pflegeaufwand von Schottergärten höher ist, als viele vermuten. Und dies zum Nachteil für Natur und Mensch:  Insekten und Vögel finden weder  Nahrung noch Unterschlupf.  Steine heizen sich auf und bilden Hitzeinseln im Sommer. Regenwasser versickert nicht oder nur sehr schlecht. Blühende Stauden, Sträucher erfreuen demgegenüber jedoch vom Frühjahr (Winterlinge, Schneeglöckchen, Felsenbirne) bis in den Herbst/Winter (Thymian, Ysop, Früchte der Scheinquitte) das menschliche Auge und bieten Vögeln, Insekten &  Co. Nahrung und Unterschlupf!

Um einen Beitrag zum Klima- und Artenschutz im Stadtgebiet zu leisten und einen  finanziellen Anreiz für Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer zu schaffen, bestehende Schotterflächen und befestigte Flächen in naturnahe Gärten umzuwandeln, ist die „Förderrichtlinie zur Umwandlung von Schottergärten und versiegelten Flächen in naturnah gestaltete Vegetationsflächen im Stadtgebiet Spenge“ seit dem 01.01.2021 in Kraft.

Narzissen- und Frühjahrsblüher, Blühflächen im Stadtgebiet

Seit 2007 werden alljährlich von der Bürgeraktionsgruppe „Spenge blüht auf“ Blumenzwiebeln an die Vereine und Bürger in den Ortsteilen verteilt, die in Abstimmung mit der Stadt Narzissen, Tulpen und Krokusse im Herbst in einer Gemeinschaftsaktion auf den öffentlichen Flächen pflanzen.  Als erste „Farbtupfer“ im Jahr an Straßenrändern, Wegen und Plätzen erfreuen die Frühjahrsblüher die Menschen im gesamtem Stadtgebiet.

An einzelnen Wegen/Flächen sind auch Blühstreifen und - wiesen entstanden, die im Sommer leuchtend und bunt strahlen.

Wald

Der Wald hat viele Funktionen. Er ist Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen und  ist Erholungsraum für den Menschen. Er ist von hoher ökologischer Bedeutung, u. a. für unser Klima, den Wasserhaushalt und die Luftqualität und ist Lieferant für nachwachsenden Rohstoff. Der Kreis Herford  mit 8,5 % Waldanteil  ist einer der waldärmsten Kreise in Nordrhein-Westfalen (NRW 24,8 % Waldanteil der Gesamtfläche). In Spenge ist eine Fläche von gut 8,2 % mit Wald bestückt.

Im Stadteigentum stehen rund 40 ha Wald. Vorherrschend ist Laubwald - Buche, Eiche mit Durchmischungen. Seit der Gründung 1991 ist die Stadt Mitglied in der Forstbetriebsgemeinschaft Herford-West (FBG Herford-West). Die FBG Herford-West ist ein freiwilliger, forstlicher Zusammenschluss nach dem Bundeswaldgesetz von privaten und öffentlichen Waldeigentümern in Herford, Enger und Spenge. Die Mitgliedsflächen der FBG Herford-West sind seit 2001 PEFC-zertifiziert. Das heißt, hier müssen Kriterien für eine nachhaltige Bewirtschaftung eingehalten werden. Es darf nicht mehr Holz, sprich Bäume, geschlagen werden bzw. herausgeholt und als Stammholz für die Industrie verkauft werden, wie Biomasse nachwächst.

2007 und 2018 wurde eine insgesamt ca. 3 ha  große zusammenhängende Fläche im Nagelsholz, Ortsteil Lenzinghausen an einen vorhandenen Waldbestand als Ausgleichs- und Ersatzfläche (Stieleichen-Hainbuchen-Winterlinden-Mischbestand) aufgeforstet. Am Rand des Gewerbegebietes Wallenbrück  wurde in 2021 eine 0,62 ha große Fläche südlich des Gewerbegebietes (Hainbuchen-Ebereschen-Wildkirschen-Mischbestand) aufgeforstet und dadurch eine Grünverbindung zum Werburger Wald geschaffen.



Werburger Wald + Katzenholz

Zu der größten zusammenhängenden Waldfläche gehört der stadteigene Werburger Wald und die  Kreiswaldfläche „Katzenholz“ mit gesamt 40 ha, die am westlichen Siedlungsrand und nahe des Stadtkerns die Ortsteile Spenge und Lenzinghausen verbindet. Gut 1 ha Wald  rund um das sogenannte „Hühnerhaus“, ein idyllisch gelegener Kotten aus dem Jahr 1847. Das denkmalgeschütze und im Eigentum der Stadt der stehende Fachwerkhaus wurde 2020/21 saniert und ist eine generations- und kulturübergreifende Begegnungsstätte. Es ist Vereinsheim der  Interessengemeinschaft Katzenholz e.V. (IG Katzenholz) in Kooperation mit dem Hegering Spenge. In der Nachbarschaft hat der Waldkindergarten Spenge e.V. sein Domizil.

Gewässerprojekte

Die Stadt Spenge ist seit 2004 Mitglied im „Gewässerentwicklungsprojekt Weser-Werre-Else“ (WWE-Projekt), einem Gemeinschaftsprojekt der Kreise Herford und Minden-Lübbecke mit ihren Kommunen und den in diesem  Gebiet tätigen Wasserverbänden. Ziel ist es, Fließgewässer naturnah zu entwickeln, ökologisch aufzuwerten und einen Beitrag zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu leisten.

Umgesetzt werden Maßnahmen auf der Grundlage von Gewässerentwicklungskonzepten und mit Zustimmung der Eigentümer. Die praktische Umsetzung erfolgt durch Beschäftigungsträger (Diakonisches Werk im Evangelischen Kirchkreis Herford e. V., Abteilung Maßarbeit und der Initiative für Arbeit und Schule gGmbH, Minden). Die Maßnahmen selbst werden mit 80 % des Landes NRW gefördert.

Im Spenger Mühlenbachsystem mit dem Katzenholzbach, dem Heistersiekbach, dem Sunderfeldbach dem Ellerbach, dem Besebach und seinen zahlreichen Nebengewässern und Armen, wie auch am Moorbach, Südholzbach in Hücker-Aschen und dem Baringer Bach in Lenzinghausen sowie Nebengewässern der Warmenau (Grenzgewässer an der Landesgrenze Niedersachsen/Nordrhein-Westfalen) wurden unter anderem Sohlgleiten und Furten gebaut, Wanderungshindernisse beseitigt, Abstürze entfernt, Gewässer aufgeweitet und/oder umgelegt, naturferne Ufersicherungen entfernt oder die Uferbereiche naturnah gestaltet. Ziel ist u. a. die Verbesserung und Optimierung der Längsdurchgängigkeit, der Gewässer- und Uferstrukturen, der Laufentwicklung und die Wiederherstellung eines naturnahen Bachlaufes.

Renaturierung des Besebaches

Im November 2021 konnte die Gewässerrenaturierung des Besebaches in zwei Bauabschnitten im Bereich der Schäferwiese östlich und westlich des Martinsweges abgeschlossen werden.

Beschlossen wurde die Renaturierung vom Rat der Stadt Spenge bereits in 2016. Da die Flächen für die Renaturierung erst mit der Fertigstellung des Bodenretentionsfilterbeckens Schäferwiese an der Neuenkirchener Straße/Martinsweg und Verlegung des Mischwasserkanals parallel zum Besebach frei wurden, konnte die Maßnahme erst 2021 umgesetzt und Synergieeffekte genutzt werden.

Im Gewässerabschnitt östlich des Martinsweges bis unterhalb des Kreisels „Lange Straße“ konnte dem Gewässerbett auf einer Länge von 230 m durch die Verlegung des Mischwasserkanals mehr Raum und Platz, von aktuell 2 m auf 10 m Breite, gegeben werden. Dafür wurde der Erdwall, der den Besebach und den ehemaligen Mischwasserkanal trennt, abgetragen und ein mäandrierender Gewässerlauf mit Ruhe- und Stillwasserzonen hergestellt. Neben der ökologischen Aufwertung wurde zugleich das Rückhaltevolumen bei Starkregenereignissen in diesem Abschnitt auf rechnerisch rd. 1.700 m³ zur Entlastung des Spenger Mühlenbaches erhöht.

Westlich des Martinsweges im Gewässerabschnitt unterhalb der Kettelerstraße, ca. 75 m  vor der Einmündung in den Spenger Mühlenbach, wurde ein gut 25 m breiter Durchstich vom Besebach zum ehemaligen Regenrückhaltebecken Schäferwiese für die Aufnahme von Wasser bei Starkregenereignissen hergestellt. Die hier nicht mehr benötigte westliche Fläche des ehemaligen Regenrückhaltebeckens Schäferwiese mit rd. 6.800 m² wird so als Auenretentionsfläche genutzt und ökologisch aufgewertet. Das rechnerische Retentionsvolumen beträgt ca. 2.320 m³ und wird so ebenfalls zur Hochwasserentlastung genutzt, bevor das Wasser über einen Notüberlauf im Norden gedrosselt in den Spenger Mühlenbach abgegeben wird.

Hochwassergefahren- und risikokarten

Hochwassergefahrenkarten liegen im Gebiet der Stadt Spenge für den Bereich Else/Hücker Moor/Moorgraben im Ortsteil  Hücker-Aschen vor. In „Flussgebiete NRW“ des Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur und Verbraucherschutz NRW (MULNV NRW) gehört das Else-System  zum  Teileinzugsgebiet der Weser (TEZG).