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Pressedienst





Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache | 25. 03. 2021


Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention

Das Koordinierungsteam des Fachforums gegen häusliche Gewalt im Kreis Herford, das sich seit 2003 für einen besseren Schutz von Frauen und Mädchen gegen Gewalt einsetzt, verurteilt den Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention, dem Übereinkommen des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt auf das Schärfste!

Präsident Erdoğan hat den Austritt letzten Samstag per Dekret erklärt und schafft damit eine Rolle rückwärts für die türkischen Frauen weg von der Gleichberechtigung. Und das, obwohl die Türkei 2011 das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt in Istanbul als erster Beitrittsstaat ratifiziert hatte.

Grund für den Austritt ist demnach, dass laut Erdoğan die Konvention den "Aufbau der Familien" in der Türkei massiv einschränkt. Damit wird deutlich, dass der Präsident Gewalt gegen Frauen für ein privates Thema hält und sich der Verantwortung entzieht, Frauen und Mädchen vor Gewalt zu schützen.

Dabei ist weltweit  jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von körperlicher und/oder sexueller Gewalt betroffen. Auch in Deutschland wird jeden 3. Tag eine Frau vom Partner oder Ex-Partner getötet! In der Türkei wurden lt. Renk Magazin 2019 474 Femizide verübt, was bedeuten würde, dass in dem Jahr über 100 mehr Frauen ermordet wurden, als das Jahr an Tagen hatte. Gewalt gegen Frauen darf daher kein privates Thema sein!

In Deutschland ist die Istanbul-Konvention seit 2014 in  Kraft. Im Arbeitskreis Istanbul-Konvention des Fachforums gegen häusliche Gewalt im Kreis Herford arbeiten Fachfrauen an einer systematischen Umsetzung der Handlungsempfehlungen der Konvention auf kommunaler Ebene des Kreises Herford.

Spenge / Enger, 25.03.21


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