Stadt Spenge | Aktuelles

Pressedienst





Internationaler Frauen Tag 2021 | 08. 03. 2021


Rund um den 08. März, dem Internationalen Frauentag, haben die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Herford in den vergangen Jahren im Monat März zahlreiche Veranstaltungen in den Städten und Gemeinden angeboten. Auch in diesem Jahr waren viele Veranstaltungen geplant, die nun aufgrund der Corona-Krise nicht stattfinden können.

Das Motto der UN für 2021 lautet „Frauen in Führungspositionen: Für eine ebenbürtige Zukunft in einer COVID-19-Welt“. Gerade in Führungspositionen ist die Gleichstellung von Mann und Frau nicht erreicht: So haben wir z.B. nur eine Bürgermeisterin im Kreis Herford und 8 Bürgermeister und einen Landrat.

Und eine ebenbürtige Gesellschaft erleben Frauen in der derzeitigen Corona-Krise noch weniger als in den Vorjahren, denn  die Aufgabenlast der Frauen ist während der Pandemie deutlich gestiegen. So stellen  Frauen  das Gros des Personals in meist schlechter bezahlten Care-Berufen, den sozialen und Pflegeberufen – von den 5,65 Millionen Beschäftigten im Gesundheitsbereich sind 76 % Frauen. Zudem übernehmen Frauen auch im häuslichen Umfeld primär die (unbezahlte) Pflege- und Betreuungsarbeit. In einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung gaben 54 % der befragten Frauen an, den überwiegenden Teil der Kinderbetreuung zu übernehmen. Die Verfestigung alter Rollenbilder und Geschlechterstereotype zeigt ebenso in einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung: Frauen übernehmen überproportional sowohl die Hausarbeit, die Kinderbetreuung und das Homeschooling. Eine Studie der UN ermittelte, dass Frauen im Vergleich zu Männern etwa das Dreifache der unbezahlten Sorgearbeit übernehmen. Außerdem wird eine Zunahme der Gewalt gegen Frauen aufgrund der besonderen Situation während der Pandemie von Beratungsstellen und dem Frauenhaus Herford  wahrgenommen.

So gibt es für den AK der kommunalen Gleichstellungsstellen des Kreises Herford in diesem Jahr wenig zu feiern, aber für eine gleichberechtigte Zukunft sich folgenden Herausforderungen zu stellen:

  • 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts ist das deutsche Parlament so männlich wie seit zwanzig Jahren nicht mehr. Nur ein Drittel der Abgeordneten sind Frauen
  • Der Rechtspopulismus will mit seinem rückständigen Frauenbild und seinen Familienvorstellungen von gestern Frauen wieder in enge Schranken weisen
  • Frauendominierte Berufe werden immer noch schlechter bezahlt
  • Frauen stehen vor ungelösten Arbeitszeitproblemen
  • Frauen haben geringere Karrierechancen
  • und zum Schluss eine kleinere Rente als Männer

Spenge, 08.03.21

Visitenkarte anzeigen
Anke Käller
-Gleichstellungsstelle-
Gleichstellungsbeauftragte

Telefon: 05225 8768-600
Telefax: 05225 8768-9600
Raum: EG 03
E-Mail schreiben