Stadt Spenge | Aktuelles

Pressedienst





Geschlechtergerechtigkeit in der Sprache | 10. 02. 2021


Geschlechtergerechtigkeit in der Sprache führt zu Geschlechtergerechtigkeit im Leben! – Veränderung, die hoffen lässt

Seit einiger Zeit fällt es auf, dass das „Gendern“ bereits im Fernsehen angekommen ist. Nicht nur Claus Kleber hat nach Jahrzehnten seine Sprache geändert. Der ZDF-Moderator des heute-Journals gendert nach seiner Aussage, „wenn es eine Erkenntnis bringt, z. B. bei Fernfahrer:innen und Chefärzt:innen“. Auch Petra Gerster, heute-Moderatorin im ZDF gendert elegant in den 19 Uhr Nachrichten, um Frauen generell in den Fernseh-Nachrichten sichtbar zu machen.

Dennoch ist die Verwendung der männlichen Formen in der Sprache, bei denen Frauen „mitgemeint“ sind, immer noch weit verbreitet und historisch geläufig. Es handelt sich hierbei um das sogenannte „generische Maskulinum“. Zum Beispiel: „der Arzt“, „die Lehrer“ zeigt nicht eindeutig, wer hier gemeint ist, denn der Arzt könnte ein Mann oder eine Frau sein. In der Gruppe der Lehrer könnten auch Lehrerinnen dabei sein. Deshalb ist Sprache so zu verwenden, dass aus dem jeweiligen Text klar hervorgeht, wer gemeint ist. Die sprachliche Form soll alle Geschlechter adäquat repräsentieren damit sich alle dadurch angesprochen fühlen können. Die Sprachwissenschaftlerin Luise F. Pusch sagt, dass deutsch eine „Männersprache“ ist und setzt sich deshalb schon seit den 1970er Jahren für eine nicht-diskriminierende Sprache ein. Auch der Gesetzgeber strebt mit den Vorgaben des Landesgleichstellungsgesetzes an, durch einen sensiblen Sprachgebrauch aktiv zur Gleichberechtigung der Geschlechter und zu einer wertschätzenden Ansprache aller beizutragen. Danach ist der ausschließliche Gebrauch der männlichen Form sowie auch die häufig anzutreffende Klausel: „Soweit personenbezogene Bezeichnungen in männlicher Form aufgeführt sind, beziehen sie sich auf beide Geschlechter in gleicher Weise.“, nicht erlaubt.
Sprachwissenschaftliche und psychologische Studien zeigen, dass Frauen zwar häufig mit gemeint, selten jedoch mitgedacht werden. Denn wer Frauen nicht erwähnt macht sie unsichtbar. Wer nicht darauf hinweist, dass Vereinsmitglieder für den nächsten Vorstand auch Kandidatinnen vorschlagen können, verhindert, dass Frauen überhaupt als Möglichkeit ins Bewusstsein der Angesprochenen rücken. Sprache bildet also nicht nur gesellschaftliche Strukturen ab, sondern prägt auch unsere Wahrnehmung.

Sie ist das Werkzeug, mit dem wir miteinander kommunizieren, die Welt beschreiben und unseren Kindern die Welt erklären. Sprache ist weder unbedeutend noch zweitrangig und eine Reflexion über ihren Gebrauch, besonders von offiziellen Stellen aber auch von jeder Bürgerin und jedem Bürger, von großer Bedeutung für eine gendergerechte Gesellschaft. Wir alle tragen dazu bei, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen. Und Sprache ist wandelbar, wenn wir uns darüber bewusst werden. Wie es uns die o.g. Nachrichtensprecher*innen des ZDF deutlich zeigen.
Unsere Gesellschaft befindet sich ständig in Veränderung. Ebenso verändert sich unsere Sprache und auch die deutsche Grammatik ist nicht für die Ewigkeit gemacht.
„Tragen wir zu einer Veränderung unser Gesellschaft bei, die Hoffnung macht!“ sagt Anke Käller


Möglichkeiten, gendersensibel zu kommunizieren und das Geschlecht sichtbar zu machen:

Bei Frauen und Männern:

- Weiblicher oder männlicher Artikel: z. B. die/der Büroangestellte
- Weibliches oder männliches Attribut: z. B. weibliches/ männliches Personal
- Geschlechtsspezifische Endsilben:  z. B. die Bibliothekarin/ der Bibliothekar
- Beidnennung: z. B. Lehrerinnen und Lehrer
- Splitting: z. B. die Autorin/ der Autor oder der/die Autor/in
- Binnen-I,: z. B. der/ die BesucherIn

Neue Varianten:

- Gender-Gap: z. B. Schüler_in
- Gender-Sternchen: z. B. Bürger*in
- Variante von Claus Kleber: z. B. Fernfahrer:innen, Chefärzt:innen

gez. Anke Käller

Hier geht es zum Instragam Account der AG der Gleichstellungsstellen im Kreis Herford

Visitenkarte anzeigen
Anke Käller
-Gleichstellungsstelle-
Gleichstellungsbeauftragte

Telefon: 05225 8768-600
Telefax: 05225 8768-9600
Raum: EG 03
E-Mail schreiben